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Mut haben



Sich für Jesus exponieren



Wer mit Jesus geht, muss den Mut haben, sich mit ihm und für ihn zu exponieren (Thüsing, a.a.O., S. 103 ff).

Jesus stellt diese Forderung an seine Jünger: "Ich sage euch: Wer sich vor den Menschen zu mir bekennt, zu dem wird sich auch der Menschensohn vor den Engeln Gottes bekennen. Wer mich aber vor den Menschen verleugnet, der wird auch vor den Engeln Gottes verleugnet werden" (Lk 12,8-9).

Sich exponieren heißt, sich herausstellen. Das fordert den Mut, mit Jesus gesehen zu werden, als sein Anhänger angesehen zu werden und sich daraufhin ansprechen zu lassen. Petrus zeigt nach der Gefangennahme Jesu diesen Mut nicht. Die Magd erkennt ihn und sagt: "Auch du warst mit diesem Jesus aus Nazareth zusammen... Der gehört zu ihnen... Du gehörst wirklich zu ihnen, du bist doch auch ein Galiläer".

Petrus leugnet und sagt: "Ich kenne diesen Menschen nicht, von dem ihr redet" (Mk 14,67-71). Sich fürJesus exponieren bedeutet, für ihn Partei zu ergreifen und für ihn zu werben. Von den Christen, die vor der ersten Christenverfolgung in Jerusalem weichen mussten, heißt es: "Die Gläubigen, die zerstreut worden waren, zogen umher und verkündeten das Wort" (Apg 8,4).

Es ist schon eine anerkennenswerte Haltung, wenn Christen in der Zerstreuung, Christus treu bleiben. Von diesen Gläubigen aber kann die Apostelgeschichte noch mehr sagen: Sie haben selbst in der Zerstreuung, in einer gänzlich unchristlichen Umgebung den Mut, für Jesus zu werben.

Wer sich exponiert, muss den Mut haben, sich von seiner Umgebung zu unterscheiden. Die Bilder vom Salz, vom Licht, vom Sauerteig zeigen dies. Salz, das schal geworden ist, kann nicht mehr salzen. Sauerteig, der keine Kraft in sich hat, kann den Teig nicht durchsäuern, Licht, das man ncht sieht, weil es unter den Eimergestellt ist, kanndie Dunkelheit nicht erhellen. Gewiss ist es oft leichter, in der Masse zu bleiben, nicht aufzufallen und mit dem großen Strom zu schwimmen.

Wer sich mit Jesus auf seinem Weg solidarisiert, muss den Mut haben, sich mit ihm und für ihn zu exponieren.

Wer sich exponiert, bietet Angriffsflächen. Damit rechnet schon Jesus. Wer zu ihm steht und für ihn Partei ergreift, muss damit rechnen, Widerstand und Anfeindung zu erdulden. "Wenn die Welt euch hasst, dann wisst , dass sie mich schon vor euch gehasst hat. Wenn ihr von der Welt stammen würdet, würde die Welt euch als ihr Eigentum lieben. Aber weil ihr nicht von der Welt stammt, sondern weil ich euch aus der Welt erwählt habe, darum hasst euch die Welt. Denkt an das Wort, das ich euch gesagt habe: Der Sklave ist nicht größer als sein Herr. Wenn sie mich verfolgt haben, werden sie auch euch verfolgen". (Joh 15,18-20).

Angriffsflächen können sich allerdings auch ergeben, wenn wir in unserem eigenen Leben nicht dem entsprechen, was Jesus und sein Evangelium fordern. Wer sich für Jesus exponiert, muss sich deshalb immer neu bemühen, das Zeugnis seines Lebens mit dem Zeugnis der Botschaft Jesu in Übereinstimmung zu bringen. Die Angriffsflächen, die er andernfalls bietet, werden benutzt, nicht nur, um ihn anzugreifen, sondern um Jesus und seinen Weg zu treffen und in Misskredit zu bringen.

Text: Reinhard Lettmann

Text aus: Reinhard Lettmann: Christsein durch Einsicht und Entscheidung - Christusmeditationen, Verlag Butzon + Bercker, Kevelaer (Buch vergriffen)



 
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  Redaktion: Petra Helmers, kirchensite.de
letzte Änderung: 08.06.2011 10:23 Uhr
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