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Marienthal. Wo finde ich Vorbilder gelebten Glaubens, und welche Anregungen können diese mir geben? Diese Fragen stellten sich die 119 Firmlinge der Schermbecker Pfarrgemeinde Sankt Ludgerus während ihrer Firmkatechese. Im Rahmen ihrer Firmkatechese besuchten sie den Karmel in Marienthal.
Verkündigung, Gottesdienst und Gemeinschaft, so lauteten die drei Projektgruppen im Rahmen der Firmkatechese. Bereits seit den Herbstferien bereiten sich die Jugendlichen, begleitet von dem Pastoralreferenten Andreas Dahlmann und den Katecheten, auf ihre Firmung am 14. Mai im Dom zu Xanten vor. Als Gefirmte möchten sie Verantwortung in der Welt und in der Kirche wahrnehmen.
In der Vorbereitungszeit haben sie sich verschiedene Aufgaben gestellt. In der Aktion "Helfende Hände" zum Beispiel engagieren sich die Schermbecker Jugendlichen dafür, einigen Altersgenossen aus der Partnergemeinde in der Dominikanischen Republik einen Aufenthalt in Deutschland während des Weltjugendtages zu ermöglichen.
Dafür wurden bereits Autos gewaschen, Unkraut gejätet, Gartenarbeit geleistet, im Kindergarten, Altenheim, im Eine-Welt-Laden und in der Landwirtschaft gearbeitet. Das so erarbeitete Geld soll für die Reisekosten verwendet werden.
Die Firmung ist das Sakrament an der Schwelle des Übergangs vom Kind zum Jugendlichen. Aus freien Stücken entscheiden sich Jugendliche für den Empfang des Sakramentes, das ihren Glauben stärken wird. Welche Wege gelebter Glaube einschlagen kann, lernten sie bei einem Einblick in das Klosterleben kennen.
Leben für den Orden
Pater Matthias vom Orden der Karmeliter in Marienthal gewährte den 18 Firmlingen einen Einblick in das Mönchsleben. "Klosterleben - Knast oder Glück!?" lautete das Thema dieses Tages. Das Fragezeichen bestimmte an diesem Nachmittag für die Jugendlichen die Diskussion.
Pater Matthias ermunterte die Jugendlichen, ihre Fragen zu dem ihnen fremden Leben im Kloster zu stellen. "Was ist der Sinn des Ordenslebens?", "Wie lebt es sich ohne Frauen?", "Wie wird man Pater?" und "Gibt es im Kloster demokratische Strukturen?", wollten die Jugendlichen wissen. Pater Matthias erklärte das Procedere der Ordensführung, ging auf die Problematik des Klosternachwuchses ein und stellte die Möglichkeit vor, als Novize erst einmal für sich zu klären, ob das Leben im Kloster die richtige Entscheidung für ein ganzes Leben ist.
"Viele sind interessiert, zwei Drittel der Novizen allerdings gehen während des Noviziats wieder zurück ins zivile Leben", informierte er die Firmlinge. "Wir leben nach den Lebensregeln des Karmeliter Bettelordens, nehmen Aufgaben außerhalb der Klosters wahr, indem wir Seelsorge leisten."
Dass man sich für ein Leben ohne Frau und Familie entscheide, das wisse jeder Mönch beim Eintritt ins Kloster. Die Entscheidung für ein Leben im Kloster sei eine bewusst gewählte Lebensform. Für Pater Matthias sei die Entscheidung zum Eintritt in den Karmel schon früh, mit 22 Jahren, noch während des Theologiestudiums gefallen. Doch jeder müsse seinen eigenen Weg zurücklegen und seine Entscheidung finden.
"Der Glaube stand im Zentrum meines Lebens. Es gab eine Zeit der inneren Auseinandersetzung mit Gott. Am Ende stand eine klare unumstößliche Entscheidung: Ich wählte das Leben in der klösterlichen Gemeinschaft." Ein Leben in einer ähnlichen Lebensform konnten sich die Jugendlichen nicht vorstellen. "Zumindest jetzt noch nicht", erklärte ein Junge, der für viele sprach. Doch sie zollten dem Leben der Patres ihren Respekt.
Text und Foto: Marie Nienhaus in "Kirche+Leben", 11.05.05
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