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Schermbeck. Die Reise startet in Ägypten. Vier Mädchen und sieben Jungen der Schermbecker Kirchengemeinde St. Ludgerus hören gebannt zu, wie das Volk Gottes einst aus Ägypten auszog und das erste Passahfest zur Befreiung aus der Knechtschaft feierte. In der Marienkapelle der Ludgerus-Kirche stehen auf dem schlichten Holztisch ein getöpferter Kelch, eine Schale mit Brot und ein Bündel Bitterkräuter.
Die pensionierte Pastoralreferentin Monika Hölker und die Katechetin Monika Schmidt führen die Kommunionkinder mit schlichter Symbolik und in kindgerechter Sprache durch die fünf Stationen der Katechese.
Die Sakristei ist die zweite Station. Adriana, Emelie, Marie und Jeannine, Dominic, Marvin, Simon, Bastian, Jonas, Julian und Dominik sitzen um den Tisch mit dem großen siebenarmigen Leuchter. Monika Hölker erzählt, was der kleine Samuel erlebt hat. Auf einige der Fragen wissen die Kinder keine Antwort, bei anderen schnellen die Finger in die Höhe, ihre Antworten kommen frisch und überraschend einfühlsam.
In dem Altarraum der Kirche erklärt Monika Schmidt den Kindern die Zusammenhänge zwischen der Abendmahlsfeier und der ersten Heiligen Kommunion. Das Öllicht wird entzündet, Symbol für den Ölberg. "Wie muss Jesus sich gefühlt haben? Verraten von seinen Freunden. Er muss leiden, wird gekreuzigt." Gemeinsam betrachtet die Gruppe die Kreuzwegstationen.
"Der muss aber ganz schön viel Angst gehabt haben", überlegt eines der Kinder laut. Die Gruppe ist ruhiger, nachdenklicher geworden. Monika Schmidt verteilt anschließend Osterglocken und Buchsbaum an die Kinder und die drei Mütter, Petra Besten, Beate Dahlhaus und Silvia Konze, die die Kinder als Katechetinnen auf den Tag der Erstkommunion vorbereiten. Mit den Blumen schmücken alle gemeinsam zum Abschluss das Kreuz auf dem Altar. 75 Kommunionkinder bereiten Monika Hölker und Monika Schmidt in zwei Tagen anschaulich auf die erste heilige Kommunion vor.
Die Urbedeutung des lateinischen Wortes "communio" (Gemeinschaft) vermittelt sich an diesen Tagen wie von selbst. "Das Kommunionkind geht nicht allein zur Kommunion. Die Familie und die Gemeinde, in die es hineinwächst, sind wichtige Bezugsgrößen auf seinem Weg", sagen Monika Hölker und Monika Schmidt. "Das Engagement vieler ehrenamtlicher Frauen und Männer macht es möglich, dass die Kinder Gemeinschaft im Glauben erleben", sagen die Frauen. Ihre Arbeit mit den Kindern ist wie die der vielen anderen Eltern ein Garant für die Vermittlung des Glaubens zwischen den Generationen.
Text und Foto: Marie Nienhaus in "Kirche+Leben", 29.03.05
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