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Impulse von Schwester Ancilla:
Der Augenblick
ist mein …
Wenn immer alles gleich bleibt, wenn wir in unserem Alltag laufen wie ein Hamster im Laufrad, immer weiter und weiter, ohne anzuhalten und ohne Hoffnung, jemals irgendwo anzukommen, - dann läuft sich das Leben tot.
Die kirchlichen Feste, die das Jahr durchziehen, schenken uns die Möglichkeit, anzuhalten und unseres eigenen Lebens inne zu werden. Auf unserem Alltagsweg durch ein Jahr können sie Zielpunkte sein, an denen die Geheimnisse unseres Glaubens ganz neu und tiefer unser alltägliches Leben durchwirken. Und gerade Ostern, das Fest des Lebens, will unser Leben zu neuer Lebendigkeit aufwecken im Glauben an den auferstandenen Herrn.
Allerdings geschieht das nicht einfach schon dadurch, dass wir Ostern feiern. Es braucht die Vorbereitung der österlichen Bußzeit. Und die ist jetzt. Auf Ostern hin ist noch ein Stück Weges zu gehen.
Ein Blick in den Spiegel kann uns auf etwas aufmerksam machen, was zu einer vorbereitenden "Übung" für das große Fest werden könnte. Bei einem Spiegel gibt es die unterschiedlichsten Aspekte: Angenommen, ich schaue lange hinein und lege ihn dann zur Seite. Wenn ich später wieder hineinschaue, sehe ich nicht das Bild von vorher in ihm, sondern das des gegenwärtigen Augenblicks. Er zeigt den, der hineinschaut, immer in seiner Gegenwart. In dieser Eigenschaft liegt eine Botschaft für uns: gegenwärtig sein; der jetzige Augenblick ist wichtig! Nicht morgen und nicht gestern, sondern heute, - der gegenwärtige Augenblick ist der einzige Zeitpunkt, den ich tatsächlich prägen kann, ehe er meine Vergangenheit wird.
In seinen "Dienstanweisungen an einen Unterteufel" lässt C.S. Lewis den Oberteufel seinem Neffen, dem Unterteufel, den Rat geben: Lenke ihn (den du verführen willst) von der Gegenwart ab. Am besten lockst du ihn, über die Zukunft nachzudenken; die ist am wenigsten greifbar. Denn, "die Gegenwart ist der Punkt, der am stärksten von der Ewigkeit durchstrahlt wird."
Fasten könnte auch darin bestehen, sich auf den Augenblick einzulassen, ohne in die Zukunft oder die Vergangenheit abzuschweifen:
- Jetzt sofort tun, was getan werden muss.
- Jetzt gleich sich dem anderen zuwenden, der darauf wartet.
- Jetzt den Brief schreiben, der jemandem gut tun würde.
- Jetzt diesen Augenblick nicht verträumen, sondern bei dem bleiben, was vor mir liegt.
- Jetzt an Gott denken und an ein Wort der Schrift.
- Jetzt …
Was könnten wir nicht alles jetzt sofort tun? Den Augenblick zu füllen, ist die Möglichkeit, diese Zeit der Vorbereitung auf Ostern auch für mich persönlich eine Vorbereitungszeit sein zu lassen.
Text: Sr. M. Ancilla Röttger osc (Münster), 10.03.2006
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