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Seine Familie wird auch in Zukunft
den ersten Platz in seinem Leben
einnehmen.
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Herbert Thielmann
Glaubensgespräche aus dem Alltag
Rheurdt. Herbert Thielmann aus Rheurdt begreift seine Weihe zum Ständigen Diakon als Chance, eine andere Form der Seelsorge in seiner Gemeinde präsent zu machen. Nicht dass er damit den Pastor kritisieren will. Im Gegenteil, auf ihn lässt er nichts kommen. "Aber wenn es um Tauf- oder Traugespräche geht, sprechen wir über Dinge, die ich aus meinem Alltag kenne", sagt der 47-jährige Ehemann und Vater von acht Kindern. Er wisse um die Höhen und Tiefen eines Familienlebens aus der Praxis und nicht aus der Theorie, wie die Geistlichen.
Genau diese Überlegung haben manche Rückmeldungen bereits bestätigt. "Als ich die Einladung zur Diakonatsweihe an das schwarze Brett der Schule aufgehängt habe, kam eine Reihe von Personen auf mich zu, um mit mir über seelsorgerische Fragen zu sprechen", sagt Thielmann. Mit einem Priester hätten sie über diese Probleme eher nicht gesprochen.
Der Weg zur Diakonatsweihe war nicht das Ergebnis einer von Anfang an klar begründeten Entscheidung. Vielmehr gab es viele Schritte auf diesem Weg. Jeder Schritt war für Thielmann auch mit Fragen zu seinem persönlichen Glauben verknüpft. "Nach jedem Jahr in der Vorbereitung auf das Diakonat habe ich mich gefragt: Ist das noch dein Weg? Als Lehrer an einer Schule für mehrfach Köperbehinderte findet man wahrscheinlich leichter Zugang zu Leid- und Sinnfragen", sagt Thielmann.
Die Überlegungen führten ihn zu dem Wunsch, Religionslehrer zu werden. Nach einer verkürzten Ausbildung studierte er Theologie, und nach dem Ende dieses Abschnittes fiel ihm eine Broschüre über das Diakonat in die Hände. "Der Mensch wird den Weg geführt, den er wählt", zitiert Thielmann einen Satz seines geistlichen Lehrers Johannes Bours.
Thielmann ist der erste Diakon in Rheurdt, Tönisberg und Schaephuysen. An das neue Amt tastet er sich langsam heran. Er wird viele Aufgaben wie bisher übernehmen. Manche nicht. Zum Beispiel wird er kein Lektor mehr sein. Das sei eine Aufgabe für Laien, sagt er. Auch wenn er sich selbst nicht als Kleriker fühlt.
Text und Foto: Jürgen Kappel in "Kirche+Leben", 09.11.05
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